Fünf Baumriesen für den Bau eines Parkplatzes gefällt – Ein Stück Natur verschwindet (25.25.2020)
Es war ein trauriger Anblick, als ich die Rotestraße entlangging und der einst grüne Platz zwischen der St.-Georgs-Kirche und dem Kindergarten plötzlich kahl war. Die prächtigen Kastanien, die Generationen von Kindern Schatten spendeten und deren Kastanien im Herbst gesammelt wurden, sind gefallen. An ihrer Stelle: Beton und Parkplätze.
Dieser Platz war mehr als nur ein Stückchen Grün – es war ein Ort, an dem sich das Dorfleben abspielte, an dem die Kinder spielten und die Natur ein ständiger Begleiter war. Die Entscheidung, fünf Kastanien zugunsten von Parkplätzen zu fällen, wurde 2016 vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Delligsen gefällt. Es hieß, die Bäume seien nicht mehr gesund, doch der Anblick der Baumstümpfe hinterließ viele von uns fassungslos.
Erinnerungen und Verluste
Wie oft haben wir die Schönheit der blühenden Kastanien im Frühling bewundert oder uns an ihren dichten Blättern im Sommer erfreut? Der Schatten war ein Segen für die Kinder, die unter ihnen spielten, und auch die Erwachsenen, die im Schatten verweilten. Nun ist der Platz zugepflastert, und anstelle der Baumriesen entstanden 15 Parkplätze. Ein schmaler Grünstreifen mit einer niedrigen Hecke wurde als Ersatzbepflanzung angelegt, aber die Atmosphäre des einst idyllischen Vorplatzes ist für immer verloren.
„Zu fällen einen schönen Baum…“
Wie der Dichter Eugen Roth schrieb: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk’ es, ein Jahrhundert.“ Dieser Satz drückt genau das aus, was viele von uns fühlten, als die Bäume verschwanden. Die Lücke, die sie hinterlassen haben, ist nicht nur physisch – es ist ein Verlust für die Gemeinschaft und die Natur, die uns umgibt.
Fortschritt oder Verlust?
Sicherlich war der Ausbau der Parkplätze praktisch – besonders für Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen. Die modernen Pflasterarbeiten und die Aufteilung in helle Fahrwege und dunkle Gehwege zeigen, dass viel Planung in das Projekt geflossen ist. Doch wäre ein Kompromiss nicht möglich gewesen, um zumindest einige der alten Kastanien zu retten?
Auch wenn sieben neue Bäume gepflanzt wurden und die Infrastruktur verbessert ist, bleibt ein bitterer Beigeschmack. Der Platz mag sauberer und funktionaler sein, aber das Gefühl, einen Ort voller Leben und Geschichte verloren zu haben, bleibt.
Fazit
Der Bau des Parkplatzes brachte einige Verbesserungen für die Gemeinde, doch der Preis dafür war hoch: der Verlust von fünf mächtigen Kastanien, die das Bild der Rotestraße jahrzehntelang prägten. Ein Stück Natur, das nicht nur eine ökologische Rolle spielte, sondern auch ein symbolischer Treffpunkt und Spielplatz für viele Generationen von Delligsern war.
Manchmal lässt sich der Fortschritt nicht aufhalten – aber sollten wir nicht immer versuchen, unsere Natur zu bewahren, wo immer es möglich ist?
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