Nieselregen, Hilslandschaft und Grünkohl – ein neuer Weg im Pfarrverband 22.02.2026

Am 22. Februar 2026 fand die Grünkohlwanderung des evangelischen Pfarrverbandes am Hils in Kooperation mit dem Heimatverein Delligsen erstmals in dieser Form statt. Ziel dieser neuen Veranstaltung ist es, dass die Ortschaften unseres Pfarrverbandes stärker zusammenwachsen – nicht nur organisatorisch, sondern ganz praktisch: miteinander unterwegs sein, ins Gespräch kommen und gemeinsam aktiv werden.

Bei 11 Grad und anhaltendem Nieselregen traf sich eine stattliche Gruppe an der St.-Georgs-Kirche in Delligsen. Viele hatten Schirme dabei, alle waren wetterfest gekleidet – und die Stimmung war von Beginn an gut.

Andacht zum Thema „Weg und unterwegs sein“

In der St.-Georgs-Kirche hielt Pastor Bernd Kuchmetzki eine kurze Andacht, musikalisch begleitet von Katrin Feichtinger auf dem Akkordeon. Durch ihre Musik gewann die Andacht spürbar an Atmosphäre. Thema war das Unterwegssein – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn: Wege im Leben, im Alltag, gemeinsame Wege, neue Wege, die man wagt.

Kurz wurde dabei auch Bezug auf Psalm 91,11 genommen:
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“

Als kleine Erinnerung erhielt jede und jeder Anwesende einen Holzengel. Ich fand diese Geste sehr passend – ein stiller Begleiter für den Weg, den wir an diesem Tag gemeinsam gingen.

Mir gefällt der Gedanke, dass unsere Kirche neue Wege sucht. Statt ausschließlich auf traditionelle Gottesdienste zu setzen, werden bewusst andere Formen angeboten – Andachten an ungewöhnlichen Orten, gemeinsames Wandern, Begegnung draußen in der Natur. Gerade Bernd liegt das sehr am Herzen. Kirche wird so erlebbar – mitten im Alltag und mitten in unserer Landschaft.

Auftakt unserer Grünkohlwanderung an der St.-Georgs-Kirche
Im Nieselregen durch die Feldmark

Durch Feldmark und Hilslandschaft

Unsere gut sechs Kilometer lange Strecke führte von der St.-Georgs-Kirche über die Hilsstraße zur Klus und weiter durch die Feldmark Richtung Mittal. Von dort ging es durch das Gebiet am Idtberg hinunter nach Kaierde.

Ausgesucht und geführt wurde die Strecke von unserem Wanderwart Peter Scholz, der uns sicher durch Feldwege und über die sanften Höhen zwischen Delligsen und Kaierde leitete. Er hatte eine Route gewählt, die landschaftlich reizvoll und zugleich bei Regen gut zu bewältigen ist.

Der Regen lag wie ein feiner Schleier über den Feldern. Die Wege waren nass, die Hügel des Hils zeichneten sich dunkel gegen den grauen Himmel ab. Auch wenn man sich trockeneres Wetter hätte wünschen können – die Landschaft hatte ihren ganz eigenen Reiz: weite Felder, stille Höhenzüge, gedämpfte Farben.

Blick auf Kaierde
Wer zuerst oben ist, darf sitzen – Noah gönnt sich eine Pause, während die übrigen noch die Anhöhe erklimmen

Ein idyllischer Abschnitt führte entlang der „Welle“, deren Wasser nach Schneeschmelze und den Niederschlägen lebhaft plätscherte. Hier zeigte sich, wie reizvoll unsere Heimat auch bei vermeintlich „schlechtem“ Wetter sein kann.

Ein stimmungsvoller Abschnitt entlang der Welle
Kurze Pause an der St.-Laurentius-Kirche in Kaierde

Halt an der St.-Laurentius-Kirche in Kaierde

An der St.-Laurentius-Kirche in Kaierde legten wir einen kurzen Stopp ein. Bernd hatte für alle einen kleinen Schnaps dabei – eine wärmende Überraschung, die für fröhliche Gesichter sorgte.

Von dort führte unser Weg vorbei am Friedhof zurück Richtung Klus und schließlich zum Familienzentrum in Delligsen.

Grünkohl im Familienzentrum

Zum gemeinsamen Grünkohlessen im Familienzentrum kamen schließlich rund 40 Personen zusammen. Einige stießen erst dort dazu. Nach knapp zwei Stunden in frischer, feuchter Luft schmeckte die Mahlzeit besonders gut.

Als jemand, der selbst gern draußen unterwegs ist, gefällt mir diese Form von Kirche sehr. Glaube und Gemeinschaft verbinden sich hier mit Bewegung, Landschaft und Begegnung – das passt gut in unsere Hilsregion.

Schade war allerdings, dass fast ausschließlich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Delligsen dabei waren. Die anderen Ortschaften unseres Pfarrverbandes waren kaum vertreten. Wenn das Ziel ist, wirklich zusammenzuwachsen, darf diese Einladung gern noch weitere Kreise ziehen.

Trotzdem war diese erste Grünkohlwanderung ein guter Anfang. Manchmal beginnt Neues im Kleinen – und wächst Schritt für Schritt. Vielleicht sind wir beim nächsten Mal schon mit noch mehr Menschen aus allen Orten gemeinsam unterwegs.

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