Wanderung zur Waldandacht am Barbarakreuz 07.06.2026
Gemeinsam unterwegs durch den Hils
Am Sonntagmorgen machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt „Am Kuhstall“. Dort versammelten sich die Teilnehmer der Wanderung zur Barbarabaude und zum Barbarakreuz. Ziel war die Waldandacht mit der Verabschiedung von Pfarrer Bernd Kuchmetzki, die vom Chor „VielHarmonie“ musikalisch begleitet wurde.
Das Wetter zeigte sich an diesem Tag von seiner wechselhaften Seite. Es war überwiegend bewölkt, ein frischer Wind wehte durch die Landschaft, und die Temperaturen lagen zwischen 14 und 17 Grad. Trotzdem herrschten gute Bedingungen zum Wandern, und die Vorfreude auf die gemeinsame Veranstaltung war bei allen spürbar.
Gemeinsam machten wir uns auf den knapp sechs Kilometer langen Weg durch den Hils. Zunächst führte die Strecke über breite Forstwege durch den Wald. An der Köhlerhütte legten wir eine kurze Pause ein. Von dort ging es auf schmaleren Naturpfaden weiter in Richtung Barbarakreuz. Das bewölkte Wetter und der frische Wind sorgten für angenehme Wanderbedingungen, sodass wir die Strecke in knapp eineinhalb Stunden zurücklegten.


Ankunft am Barbarakreuz
Als wir das Barbarakreuz erreichten, war es dort noch recht ruhig. Die Wandergruppe hatte ihr Ziel vergleichsweise früh erreicht, sodass noch Zeit für Gespräche und eine kleine Verschnaufpause blieb. Nach und nach trafen weitere Besucher ein, sodass sich die Lichtung rund um das Barbarakreuz allmählich füllte.
Wie bereits im vergangenen Jahr hatte unser Wanderwart Peter Scholz mit einigen Helfern für den Transport und den Aufbau des Altars sowie der Tische und Bänke gesorgt. Dafür war wieder einiges an Organisation und Einsatz erforderlich. Als die Andacht begann, war alles vorbereitet und zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern und Bernd Kuchmetzki zu verabschieden.
„Was geben wir mit?“
Die Waldandacht stand unter dem Leitgedanken „Was geben wir mit beziehungsweise was gebe ich mit?“. Bernd Kuchmetzki hatte dazu zwei Geschichten mitgebracht, die zum Nachdenken anregten.
Besonders eine Geschichte ging ihm sichtbar nahe. Während des Vorlesens musste er mehrfach innehalten und mit den Worten ringen. Die Emotionen waren ihm deutlich anzumerken. Man spürte, dass die Geschichte für ihn eine persönliche Bedeutung hatte. Die Zuhörer verfolgten seine Worte aufmerksam und bewegt.
Wer Bernd Kuchmetzki kennt, weiß, dass er auf einen außergewöhnlichen Lebensweg zurückblicken kann. Er ist viel in der Welt unterwegs gewesen und war unter anderem als Militärseelsorger tätig. Dabei hat er viele Menschen und Schicksale kennengelernt. Vielleicht war es gerade diese Lebenserfahrung, die ihn an diesem Tag so berührte.
Die Symbolik eines alten Adventskranzes
Besonders eindrucksvoll fand ich die Symbolik eines alten Adventskranzes, den Bernd Kuchmetzki zur Andacht mitgebracht hatte. Der Kranz hatte ihn über Jahre hinweg in seinem Büro begleitet. Obwohl die Zweige inzwischen längst vertrocknet waren, hatten sie für ihn nichts von ihrer Bedeutung verloren.
Die immergrünen Zweige standen für Hoffnung und Beständigkeit. Die Zapfen standen nach seinen Erläuterungen sinnbildlich für die Vielfalt innerhalb von Glauben und Gemeinschaft. Die genaue Deutung trat dabei fast in den Hintergrund – entscheidend war die Botschaft, dass Menschen trotz ihrer Unterschiede miteinander verbunden sind. Die roten Kerzen standen für die Liebe, die Menschen miteinander verbindet und Gemeinschaft trägt.


Musik, die zum Anlass passte
Für die musikalische Gestaltung sorgte der Chor „VielHarmonie“ unter der Leitung von Kathrin Feichtinger. Mit Gitarre und Akkordeon begleitete sie die ausgewählten Lieder und trug wesentlich zur stimmungsvollen Atmosphäre der Waldandacht bei.
Die Liedauswahl passte hervorragend zum Anlass. „Heute hier, morgen dort“, „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ und „Möge die Straße uns zusammenführen“ griffen die Gedanken von Aufbruch, Vertrauen, Gemeinschaft und Abschied auf. Die Texte luden zum Nachdenken ein und verliehen der Feier eine besondere Tiefe.
Regen während der Verabschiedung
Im Anschluss an die Andacht übernahm Pröpstin Maike Bräuer-Ehgart die offizielle Verabschiedung. Zunächst erzählte sie einige Anekdoten aus gemeinsamen Jahren mit Bernd Kuchmetzki, die immer wieder für Schmunzeln unter den Zuhörern sorgten. Schon dabei fielen die ersten Regentropfen.
Als sie anschließend die Bedeutung des Tages hervorhob und die offiziellen Worte zur Verabschiedung sprach, wurde der Regen stärker. Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche Regenschirme aufgespannt. Trotz des Regens blieb die Aufmerksamkeit ungebrochen. Fast schien es, als würde das Wetter die Wehmut dieses Abschieds widerspiegeln.


Dank und Wertschätzung
Natürlich fehlten auch die Dankesworte und Geschenke nicht. Die Pröpstin und der Kirchenvorstandsvorsitzende Carsten Schillert überreichten Präsente. Auch der Heimatverein beteiligte sich an den Glückwünschen. Für den Verein überbrachten Peter Scholz und Susanne Bittner Geschenke.
Selbst die katholische Kirchengemeinde hatte durch Hubert Beder einen Umschlag vorbereitet. Die vielen Gesten der Wertschätzung zeigten eindrucksvoll, wie sehr Bernd Kuchmetzki in den zwei Jahren seines Wirkens Teil der Gemeinschaft geworden war.


Ein verregnetes, aber herzliches Picknick
Nach der Verabschiedung trafen sich viele Besucher an der Barbarabaude zum gemeinsamen Rucksack-Picknick. Zahlreiche Teilnehmer hatten Speisen und Leckereien mitgebracht, sodass ein vielfältiges Buffet entstand.
Durch den Regen waren jedoch viele Besucher nass geworden, sodass sich die Runde nach und nach auflöste. Die Stimmung blieb dennoch herzlich und von vielen guten Gesprächen geprägt. Viele nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche und gute Wünsche.
Ganz verabschieden müssen wir uns von Bernd Kuchmetzki allerdings noch nicht. Er wird der Gemeinde zunächst erhalten bleiben und weiterhin Vertretungsdienste übernehmen. Bereits am 21. Juni wird er anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Braunschweiger Hütte die nächste Waldandacht halten. Darüber dürften sich nicht nur die Gemeindemitglieder, sondern auch viele Wanderfreunde freuen.
Rückweg mit vielen Gedanken
Auch ich machte mich schließlich auf den Heimweg. Gemeinsam mit meinem Wanderfreund Günther und Ute Schmidtke vom Kirchenvorstand wanderte ich auf demselben Weg zurück. Während wir durch den Hils gingen, ließen wir die vielen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.
So bleibt mir diese Wanderung nicht nur als schöne Tour durch den Hils in Erinnerung. Sie war zugleich eine bewegende Begegnung mit einem Menschen, der in den vergangenen zwei Jahren viele Spuren hinterlassen hat. Die Frage „Was geben wir mit?“ wird mich jedenfalls noch länger begleiten.


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